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Die bolivarische Verfassung Venezuelas
wurde von 80 Prozent der Bevölkerung in einer Volksabstimmung
im Dezember 1999 angenommen und gehört zu den fortschrittlichsten
Verfassungen der Welt. Darin ist die Bürgerbeteiligung zur
Gestaltung der Demokratie verankert. Dies beinhaltet auch die
Möglichkeit eines Abberufungsreferendums gegen jeden vom
Volk gewählten Vertreter als Werkzeug der partizipativen
Demokratie. Mit dem Ablaufen der ersten Hälften der Regierungszeit
am 19 August 2003 bestetand laut Verfassung die Möglichkeit
über ein Referendum zu der Frage der Fortsetzung der Amtsgeschäfte
von Hugo Chávez. Ein Abberufungsreferendum gegen Hugo
Chávez wurde eingeleitet und am 15. August 2004 mit 60%
der Stimmen wurde Chavez in seinem Amt bestätigt.
Die oppositionellen Kräfte wollen das neue Denken in Venezuela
unterdrücken bevor das Land sein Selbstbewusstsein entwickelt
und fortschrittliche Ideen in Taten umsetzen kann.
Opposition versucht das demokratische Venezuela zu destabilisieren.
Die Meinungen innerhalb der Opposition sind weiterhin geteilt:
während manche Vertreter versuchen den demokratischen Weg,
andere Vertreter des "Bloque Demócratico" fordern
weiter die Militärs zum offenen Eingreifen gegen Chávez.
Die Demokratie in Venezuela ist weiterhin gefährdet besonders
durch die Entwicklung Rechtsextreme Strömungen, die die
Notlage der Nation zur eigenen Interessen ausnutzt.
Die Demokratie in Venezuela könnte wirkungsvoll unterstützt
werden, wenn Deutschland und die EU ihre Vorstellungen dazu deutlicher
machen würden.
Vorgeschichte
Am 11. April 2002 führte
die venezolanische Rechte die Absetzung des vom venezolanischen
Volk gewählten Präsidenten Hugo Chávez Frias
durch. Sie setzten die Verfassung ausser Kraft, lössten
das Parlament und der Bundesgerichtshof auf, und ernannten als
neuer Präsident Venezuelas Pedro Carmona Estanga, der zu
diesem Zeitpunkt Präsident der Industrie-und Handelskammer
Venezuelas war. Unter dem Druck der tausenden Demonstranten aus
den Armenvierteln von Caracas und verschiedenen Regionen Venezuelas
brach die putschistische Regierung zusammen. Am 13.April übernahm
der damalige Vizepräsident Diosdado Cabello die Amtsgeschäfte
bis zur Rückkehr von Chavez am 14. April 2002.
Wichtig ist, daß Hugo Chavez Frías durch demokratische
Wahlen im Dezember 1998 zum Präsidenten von Venezuela gewählt
worden war. Unter seiner Präsidentschaft wurde eine neue
Verfassung ausgearbeitet und durch Volksentscheid bestätigt.
Auf Grundlage dieser neuen Verfassung wurde Hugo Chavez Frías
im Juli 2000 erneut vom Volk als Präsident bestätigt.
Die Verwirklichung der Bolivarischen Republik Venezuela -auf
Grundlage der neuen Verfassung- wurde von der Mehrheit der Bevölkerung
bei 3 Wahlgängen zugestimmt.
Nach dem Putsch am 11. April 2002 haben die oppositionellen Kreise,
unter anderem die faschistische Rechte, ihre Angriffe auf die
bolivarische Regierung des Präsidenten Chavez intensiviert.
Es sind die gleichen Gegener der Demokratie vom 11. April. Sie
nennen sich "Coordinadora Democrática" und beschleunigten
ihre Pläne, dem Land mit Hilfe der Gewalt ein anderes Regime
aufzuerlegen.
Mit der Absicht der Destabilisierung haben sie eine nie zuvor
gesehene Terrorkampagne eingeleitet, die auch putschistische
Stroemungen innerhalb der Streitkräften einbeziehen. Beispielweise,
riefen einige aufständische Militärs auf dem Platz
Altamira in Caracas ihre Waffenbrüder auf, die Regierung
zu stürzen, was aber nicht gelang. Es ist kein Geheimnis,
dass die Aktionen, die einige Militärs auf diesem Platz
in Caracas veranstalteten, der Vorbereitung eines Staatsstreichs
dienen sollten. Das ist für die oppositionellen Kreise die
einzige Möglichkeit, sich die Macht anzueignen. Genauso
wurde die Polizei ("Policía Metropolitana")
des Oberbürgemeisters von Caracas, Alfredo Peña,
(der ein erklaerter Gegner von Chávez ist) gegen das Volk
eingesetzt mit dem Ergebnis, dass dadurch verschiedene Tote unter
der Zivilbevölkerung zu beklagen sind. Darauf hin mußte
die Regierung Chavez intervenieren und die "Policía
Metropolitana" wurde dem Verteidigungsministerium unterstellt.
Das hatte wiederum eine Reihe von bewaffneten Auseinandersetzungen
zwischen Militärs und der Polizei zur Folge. Noch gibt es
bewaffnete Polizisten, die gegen die Regierung arbeiten.
Die Opposition rufte ständig nach dem "Rücktritt"
von Chávez durch ein Konsultativ-Referendum. Die Verfassung
verbietet allerdings den Rücktritt von Chávez auf
diesem Weg. Von der Verfassung ist nur das "referendo revocatorio"
(Referendum zum Abberufen von öffentlichen Mandatsträgern)
(Artikel 72 des Grundgesetzes) zugelassen, also kein Konsultativ-Referendum,
wie es die Opposition verlangte.
Das Volk ist heutzutage polarisiert in "Bolivarianos"
(Regierungs-sympathisanten) und "Oppositionellen" (Regierungsgegner,
darunter diejenigen, die für eine Gewaltlösung sind).
Im Dezember 2002 und Januar 2003,
haben die oppositionellen Kreise wieder einmal zu einem Generalstreik
aufgerufen. Die Opposition verlangte weiterhin den "Rücktritt"
von Chávez und wollte nicht auf ein "referendo revocatorio"
warten. Sie hatte nicht die Bereitschaft gezeigt einen Kompromiss
mit der Regierung einzugehen und hat zusätzlich die Führungskräfte
der Erdölgesellschaft Venezuelas mit in den Generalstreik
einbezogen. Dadurch erlebte das Land eine zerstörische Aktion
in allen Bevölkerungsschichten. Der Schaden in Venezuela
nur durch Sabotage-Aktionen in der Erdölindustrie betrug
über 7 Milliarden Dollars. Inszwischen hat sich die Oposition
zersplittert. Ihre Aktionen aber zur Destabilisierung werden
weiter versucht.
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